Die stilleren Töne gewählt

 

Neujahrskonzert (17.01.16): Karlsteiner Johannes-Brahms-Chor in der Bayernhalle - Auch Jazz-Duo dabei.

 

Mit den Worten »Wie schnell doch die Zeit vergeht!«, begrüßte Petra Weiß-Lorenz, Dirigentin des Johannes-Brahms-Chors Karlstein, am Sonntagnachmittag die rund 300 Besucher in der Bayernhalle zum kleinen Jubiläum. Bereits zum 20. Mal präsentierte der hochkarätige Chor ein sorgfältig ausgewähltes Programm, das zahlreiche »Jubiläumshits« enthielt.

 

»Lieber Brahms!« hieß es heuer, und damit war sowohl gemeint, dass die zurzeit neun Sängerinnen und sieben Sänger sehr gerne Literatur ihres Namensgebers singen, als auch, dass das Ensemble im Lauf der zwei Jahrzehnte eine besonders innige Beziehung zu dem Komponisten aufgebaut hat. »Wir haben ein kleines bisschen die stilleren Töne gewählt«, gestand Petra Weiß-Lorenz im Laufe des 90-minütigen Konzertes.
In der Tat ging es ruhiger zu als bei so manch anderem übersprudelndem Neujahrskonzert. Johannes Brahms’ verhalten-besinnliche Lieder »Im Herbst«, »In stiller Nacht« oder sein Abendständchen »Hör, es klagt die Flöte wieder« deklamierte der Chor eindringlich und in gewohnt glasklarer Intonation. Wie immer begleitete Jürgen Weiß souverän am Klavier.
Erstklassige Interpretation
Als »Bruch« im Programm bezeichnete die Chorleiterin Harald Genzmers Vertonung von Goethes Doppelgedicht »Meeres Stille« und »Glückliche Fahrt«.
»Da werden einige Zuschauer sagen: Die singen aber falsch! Andere meinen dagegen: Endlich mal wieder etwas, das einen richtig fordert!«, fasste Weiß-Lorenz die zu erwartenden Reaktionen der Gäste schon im Voraus schmunzelnd zusammen.
Genzmers Werk sorgte eindeutig für positive Hochspannung in der Bayernhalle und zog die Zuhörer durch die erstklassige Interpretation in den Bann.
Birdland und Orpheus
Ausgelassene Stimmung verbreitete ein Jazz-Duo der Karl-Rehbein-Schule Hanau, an der Petra Weiß-Lorenz unterrichtet. Mit den Schülern Jona Heckmann (Klavier) und Tim Dokter (Schlagzeug) saßen zwei »alte Hasen« an den Instrumenten, was die Zahl ihrer Auftritte betrifft.
»Cool« klang bereits das gemeinsam mit dem Chor dargebotene »He is always close to you« von Martin Carbow, bei dem es ordentlich ab ging. Doch der diesjährige Höhepunkt war eindeutig »Lullaby of Birdland«, eine super-entspannte Ohrwurm-Nummer, die ebenfalls von Chor und Jazz-Duo gespielt und gesungen wurde.
Das »Herzensstück« von Petra Weiß-Lorenz hieß dagegen »Black Orpheus« und erzählt eine unglückliche Liebesgeschichte - eine Aufgabe, die der Chor sensibel bewerkstelligte.
»An der schönen blauen Donau« von Johann Strauß Sohn fungierte schließlich als Bravourstück, damit der Johannes-Brahms-Chor und seine Dirigentin nach so viel Walzerseligkeit dem Publikum ein kräftiges »Prosit Neujahr!« zurufen konnten.

 

 

Quelle: Doris Huhn, Main-Echo vom 19.01.2016

 

Wahrhaft »mozärtlich« gespielt und gesungen


Neujahrskonzert: Johannes-Brahms-Chor Karlstein und 70-köpfiges Symphonieorchester der Karl-Rehbein-Schule Hanau in der Bayernhalle

 

 

Karlstein (Großwelzheim) - 25.01.2015
»Klassik = Klasse!« hieß das Motto des Neujahrskonzerts des Johannes-Brahms-Chores Karlstein, das am Sonntagnachmittag vom Publikum in der Bayernhalle mit großer Begeisterung aufgenommen wurde.
Der exquisite kleine Kammerchor wurde in diesem Jahr von dem 70-köpfigen Symphonieorchester des Hanauer Karl-Rehbein-Gymnasiums begleitet.

 

Beide stehen unter der Leitung von Petra Weiß-Lorenz, die zu Beginn flachste: »Ich stehe heute als dirigentischer Zwitter vor Ihnen!« Dabei schwang sie den Dirigentenstab wie einen Zauberstab und entlockte den Akteuren vor ihr in den folgenden 80 Minuten mitreißende Klänge.
In ihrer herzlichen Begrüßung bereitete Weiß-Lorenz das Publikum auf ein Programm voller Kontraste vor, das »klassische« Melodien beinhaltete, die man unbedingt einmal gehört haben muss. Klassisch in Anführungszeichen, da auch Werke aus anderen Epochen wie dem Barock oder der Romantik erklangen.
Damit der kleine Chor sich gegen den großen Klangkörper des Symphonieorchesters durchsetzen konnte, setzte die Leiterin auf überwiegend reduzierte Orchesterbegleitung, die Sängern und Musikern gerecht wurde.


Ungarische Tänze vierhändig
Einige Stücke, wie der farbenfrohe »Persische Marsch« von Johann Strauß Sohn oder der »Tango Jalousie« von Jacob Gade, bei dem die ausdrucksstarke Violinistin Daria Azov Solo spielte, zeigten, dass das Orchester ein Aushängeschild des Gymnasiums ist. Jürgen Weiß, der einige Stücke am Klavier begleitete, spielte in einem besonderen Programmpunkt mit seiner Frau Petra zwei ungarische Tänze des Namensgebers Johannes Brahms vierhändig am Klavier.
Als wunderbarer Einstieg in das Konzert ertönte »Dank sei dir, Herr« von Händel-Fan Siegfried Ochs. Ganz transparent gesungen erklang das »Hallelujah« aus Händels Oratorium »Der Messias« und mit Glanz und Gloria Joseph Haydns »Die Himmel erzählen die Ehre Gottes« aus dem Oratorium »Die Schöpfung«.
Nicht nur musikalisch, sondern auch textlich überzeugte die Ouvertüre zu Mozarts Oper »Die Zauberflöte«. Petra Weiß-Lorenz hatte hierfür einen eigenen Text geschrieben, der alle wichtigen Namen und Ereignisse benannte und wahrhaft »mozärtlich« gesungen und gespielt wurde. Ein großer Moment im Konzert die Aufführung des Gefangenenchores aus Verdis »Nabucco«.
Vor dem letzten Stück erklang von der Bühne ein fröhliches »Prosit Neujahr!«, und gemeinsam mit dem Publikum sang der Chor Beethovens »Freude, schöner Götterfunken!«, bevor das Publikum zu den Sektgläsern strömte und auf ein gutes Jahr anstieß.
Doris Huhn

 

Quelle: Main-Echo, Ausgabe vom 27.01.2015

 

 

Ganz im Zeichen der Romantik

Konzert: Erste Sommerveranstaltung des Johannes-Brahms-Chors Karlstein - Unerwarteter Andrang sorgt für Probleme

 

Karlstein - 06.07.14
Wenn es sich schon um die Premiere für eine neue Sommerkonzert-Reihe handelte, dann aber bei richtig hochsommerlichen Temperaturen … Am späten Sonntagnachmittag fand im voll besetzten und deshalb noch wärmeren Rudolf-Wöhrl-Pavillon die »Musenstund’ für Ohr und Mund« des Johannes-Brahms-Chors Karlstein unter der Leitung von Petra Weiß-Lorenz statt.


Da man im Vorverkauf lediglich 35 Eintrittskarten verkauft hatte, war der Ansturm von circa 90 Besuchern dann fast des Guten zu viel. Ein logistisches Problem war die Bewältigung des kulinarischen Beiprogramms. Zu erlesener Musik sollten ursprünglich in zwei Pausen appetitliche Schmankerl aus einem Weingut und einem spanischen Feinkostladen serviert werden. Doch bei dem Andrang dauerte es nach dem ersten Teil eine Dreiviertelstunde, bis es mit dem zweiten Gesangspart losgehen konnte. Das war einfach zu viel des Wartens, denn der musikalische Teil brach angesichts der langen Pause auseinander.
Als Kontrast zu der seit fast 20 Jahren bestehenden winterlichen Kultveranstaltung des Brahms-Chors, dem Neujahrskonzert in der Bayernhalle, hatte sich die Idee entwickelt, auch im Sommer einzuladen. Dazu ging es zurück zu den Wurzeln, denn das Neujahrskonzert fand früher ja im Pavillon statt.
Ganz im Zeichen der Romantik stand die Chormusik. Teilweise begleitet von Jürgen Weiß am Klavier erklangen drei Liederblöcke von Antonin Dvorák, Robert Schumann und Ivan Knorr, die den Zuhörer mit Natur, Abendstimmung, Sehnsucht und Liebe konfrontierten.
Los ging es mit Dvorák, dessen Lieder die acht Sängerinnen und sieben Sänger in schwarzer Abendkleidung zelebrierten, während Dirigentin Petra Weiß-Lorenz in wechselnden Sommerkleidern auftrat.
Intensives Dirigat
Ihr sprechendes und intensives Dirigat ließ Stücke wie »Es zog manch Lied«, das ausdrucksstarke und von dynamischen Spannungen geprägte »Ich sag’s nicht« oder das trotz des traurigen Textes mit hüpfenden Noten erfreuende Lied vom »Weidenbusch« auf den Punkt erklingen, lockte innigste Momente aus den Sängerinnen und Sängern hervor und ließ eine Besucherin spontan den Kommentar »Schön!« fast andächtig flüstern.
Im »Spanischen Liederspiel« von Robert Schumann standen Männer und Frauen getrennt links und rechts vom Klavier. Einfach zum genießen waren die wechselnd von den Sängern und den Sängerinnen präsentierten fünf Stücke. Schlank und fein erklang von den Frauen »Erste Begegnung« und »Liebesgram«. Die Männer glänzten im »Intermezzo« und gestalteten »In der Nacht« im Schlussteil zu einem wunderbaren Miteinander, das schon fast eine sinnliche Komponente besaß.
Zum Schluss genoss das Publikum ukrainische Liebeslieder von Ivan Knorr, dem unbekanntesten Komponisten des Programms. Der Russe (1853 bis 1916) wurde 1883 Lehrer für Klavier am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt und schickte viele seiner Kompositionen, darunter die ukrainischen Liebeslieder, an den angebeteten Johannes Brahms zur Beurteilung. Insofern schlug das Konzert zum Schluss einen harmonischen Bogen zum Namensgeber des Chors und rundete die Premiere ab.

Doris Huhn

 

Quelle: Main-Echo-Bericht vom 09.Juli 2014

 

Neujahrskonzert am 26.01.14, Foto: Doris Huhn
Neujahrskonzert am 26.01.14, Foto: Doris Huhn

 

Mit 16 Sprachen durch fünf Kontinente

 

 

Neujahrskonzert: Johannes-Brahms-Chor Karlstein »In 100 Minuten um die Welt!« - Ensemble der Rehbein-Schule dabei

 

 

 

Karlstein-Großwelzheim »In 100 Minuten um die Welt!« reiste das Publikum gemeinsam mit dem Johannes-Brahms-Chor Karlstein am späten Sonntagnachmittag in der Bayernhalle. Im Rahmen des 18. Neujahrskonzertes erklangen 30 Stücke aus fünf Kontinenten, die von den 16 Sängerinnen und Sängern unter der schwungvoll-kreativen Leitung von Petra Weiß-Lorenz in insgesamt 16 Sprachen vorgetragen wurden.


Unter der schwungvollen Leitung von Petra Weiß-Lorenz präsentierte der Johannes-Brahms-Chor Karlstein am späten Sonntagnachmittag in der Bayernhalle sein 18. Neujahrskonzert, unterstützt von einem Instrumentalensemble der Karl-Rehbein-Schule Hanau.

Ohne die sonst übliche fantasievolle Dekoration, dafür aber mit einer Foto-Show, die auf einer großen Leinwand die jeweiligen Länder visuell aufgriff, verlief die beliebte Veranstaltung.
Zur weiteren Auflockerung stellte die Dirigentin vier Quizfragen an das Publikum, bei dem es Karten für das nächste Konzert des Chores zu gewinnen gab. Hierbei kam zum Beispiel heraus, dass der Chor circa 140 000 Kilometer in seiner Welttournee ab Welzem zurücklegte.


Geduldsprobe


Zugegeben, die opulente Reise stellte für einige Besucher eine besondere Geduldsprobe dar, denn 100 Minuten Chormusik ohne Pause - und sei sie noch so abwechslungsreich - sind für Geist und Körper eine Herausforderung, zumal auch diese großzügigen 100 Minuten nicht ganz ausreichten …
Die Reiseroute startete mit einem fröhlichen afrikanischen Lied in Botswana und einem festlichen Weihnachtslied aus Madagaskar, bei dem ein Instrumentalensemble der Karl-Rehbein-Schule das erste Mal vorzüglich begleitete. Neben dem bewährt souveränen Musikpädagogen Jürgen Weiß am Klavier waren dies die Schülerinnen Ines Horst (Blockflöte), Daria Azov und Annika Brehm (Violinen), Marie Mälzer (Viola) und Lena Lang (Violoncello). Nach einem zarten Frühlingslied aus Schweden und einem frivolen Liebeslied aus Frankreich lauschte man gerne dem Stück »Balaido« von Heitor Villa-Lobos, dessen portugiesischer Text Solistin Kathrin Muthorst nur so von den Lippen perlte. »Arirang« heißt das beliebteste Volkslied in Korea, das quasi als Nationalhymnenersatz dient. Petra Weiß-Lorenz erinnerte sich lächelnd daran, dass sie dieses Werk »vor gefühlten 100 Jahren«, circa 1972, mit den Kindern des Großwelzheimer Volks-Chores einstudiert hat.
Die sechs Chormänner durften ihr Lieblingsstück aus dem Trentino, »La Montanara«, sauber und auf Hochglanz poliert beisteuern, bevor der komplette Johannes-Brahms-Chor auf seiner Zwischenstation in den USA, das leise, melancholische »Oh, Shenandoah« a-cappella und mit brillantem Zusammen- und Gesamtklang vortrug.
Nach Harry Belafontes »Little Girl in Kingston-Town« und Volksliedern aus Dalmatien, Ungarn, Tschechien und der Slowakei gelang der Landeanflug auf Deutschland vorzüglich. Die Heimreise wurde versüßt durch ein Medley aus deutschen Volksliedern, zu dem das Publikum zum Mitsingen eingeladen war.
Danach hieß es traditionell »Prosit Neujahr!«, und mit perlendem Sekt stießen die Besucher auf ein gutes neues Jahr an, das vom Johannes-Brahms-Chor musikalisch vielfältig eingeläutet worden war.

Nächstes Konzert des Brahms-Chors: »Musenstund‘ für Ohr und Mund«, Sonntag, 6. Juli, 17 Uhr, Rudolf-Wöhrl-Pavillon Karlstein.

 

 

Foto & Text: Doris Huhn, Main-Echo vom 28.01.2014

 

Der Artikel zu unserem Neujahrskonzert 2013 (am 20.01.13 in der Bayernhalle in Großwelzheim) ist als Online-Artikel auf den Internetseiten des "Main-Echo" nachzulesen !

 

 

Unter dem Motto »Johannes Brahms und noch viel mehr« stand das 16. Neujahrskonzert des Johannes-Brahms-Chores Karlstein, das dieser zu seinem 20. Jubiläum in der Bayernhalle präsentierte. Foto: Doris Huhn
Unter dem Motto »Johannes Brahms und noch viel mehr« stand das 16. Neujahrskonzert des Johannes-Brahms-Chores Karlstein, das dieser zu seinem 20. Jubiläum in der Bayernhalle präsentierte. Foto: Doris Huhn

 

 

Wunderbar klingende Stilbrüche

 

Neujahrskonzert: Johannes-Brahms-Chor Karlstein singt zum 20-Jährigen in der Bayernhalle - Intensiv und emotional

 

 

Karlstein-Großwelzheim (15.01.2012)

»Klingende Stilbrüche« kündigte Chorleiterin Petra Weiß-Lorenz zu Beginn des 16. Neujahrskonzerts des Johannes-Brahms-Chors (JBC) Karlstein schmunzelnd an - und die rund 400 Gäste in der Bayernhalle ließen sich damit auf ein doppeltes Jubiläumsprogramm zum 20. Jubiläum ein.

»Das ist sicher nicht jedermanns Sache«, gab die Vollblut-Chorleiterin in der Mitte des Programms zu. Doch wer Spaß an Überraschungen hat, wer problemlos zwischen Klassik, Schlager, Pop, Rock und Samba hin- und her schalten konnte, wer die Lust und Liebe zum Gesang, dem sich der JBC seit zwei Jahrzehnten verschrieben hat, ein kleines Stückchen miterlebt, der war am späten Sonntagnachmittag am richtigen Ort.

 

Volkslieder und rasantes Tempo
Zu den 18 Zigeuner-, Liebes- und Volksliedern von Johannes Brahms (1833-1897), die im Programmheft abgedruckt waren, gesellten sich in rasantem Tempo und an ungeahnten Stellen Stücke wie »Wir machen Musik«, »Summer Breeze«, »For the longest time«, »Griechischer Wein«, »Du hast Glück bei den Frau’n, Bel Ami« oder ein südamerikanischer Samba. Das passte wunderbar - trotz des offensichtlichen Stilbruchs, und der »musikalische Schutzheilige« Johannes Brahms, wie Petra Weiß-Lorenz ihn nannte, wird sich sicher auch nicht im Grabe umgedreht haben, denn seine Werke konnte man durch die Vielfalt des Programms in besonderem Maße genießen.
Denn ganz ehrlich: Wer tieftraurige Stücke wie »Schwesterlein, Schwesterlein« oder »Abschiedslied« hintereinander weg hört, kann sich eigentlich nur noch in eine Ecke setzen und erst einmal eine Viertelstunde die Tränen laufen lassen, so eingehend und mitreißend ist die vom Brahms-Chor vermittelte Wirkung von Komposition und Text der Brahms’schen Werke.
So wirkte das Konzert wie das pralle Leben: Himmel hoch jauchzend, aber phasenweise auch zu Tode betrübt. Gerade zum Schluss schlich sich einiges an Wehmut in das Programm. Das bereits eingangs von Petra Weiß-Lorenz zitierte Stück von Hubert von Goisern, »Heerstes net, wie die Zeit vergeht« passte haargenau in diese Stimmung.
Seit 20 Jahren bereichert der JBC die Chorlandschaft der Region. Mutter und Motor des Erfolgs ist Petra Weiß-Lorenz, über die Vorsitzende Kathrin Heßberger sagte: »Ihr Dirigat sucht an Leidenschaft, Intensität und Emotionalität ihresgleichen. Wir hatten hier schon viele Sternstunden, die wir erleben durften.« Von Anfang an dabei war Ehemann Jürgen Weiß, der auch dieses Mal als stets integrer Klavierbegleiter zur Seite stand. Außerdem griffen Luis Pablo Hack (Klavier), Adrian Bauer (Gitarre) und Moritz Engel (Schlagzeug) zu ihren Instrumenten, um die neuzeitlichen Stücke mit Klangfarben zu bereichern.

Solisten beweisen Extraklasse
Dass der kleine JBC am Sonntag mit »nur« 14 Sängerinnen und Sängern auf der Bühne steht, spielt beim Brahms-Chor keine Rolle, so intensiv ist die Vorbereitung der einzelnen Stücke, so brillant, glasklar, prononciert und emotionsstark wird gesungen. Zahlreiche Solisten bewiesen die Extraklasse dieses Kammerchores.
Ob Gretel Evers-Lang und Kathrin Heßberger mit rot-weißen Schleifen im Haar selbstbewusst den Beach Boys-Hit »Barbar-Ann« trällerten, Kathrin Muthorst ihr Samba-Diplom bestand oder der gesamte Chor das Volkslied »Feinstliebchen, du sollst nicht barfuß gehen« mit seinen Stimmen liebkoste und umschmeichelte - das Publikum war jeweils bestens unterhalten und drückte das mit kräftigem Applaus immer wieder aus. Petra Weiß-Lorenz war hör- und sichtbar in ihrem liebsten Element, moderierte, dirigierte, motivierte, sang mit und trat zwischendurch ans Mikrofon, um »Something stupid« mit zwei Extra-Stöhnern zu bereichern.
Inklusive zwei Zugaben erlebte das Publikum in 90 Minuten eines der stärksten Konzerte in 20 Jahren JBC. Und das Schönste dabei: Dank der Kreativität von Petra Weiß-Lorenz stehen sicher schon für das 17. Neujahrskonzert Ideen zur Verfügung, die nur darauf warten, verwirklicht zu werden.


Doris Huhn / Quelle: Main-Echo vom 17.01.12

 

In der von Architekt Dominikus Böhm geprägten Bonifatius-Kirche im Karlsteiner Ortsteil Großwelzheim sang der Johannes-Brahms-Chor unter der Leitung von Petra Weiß-Lorenz am späten Sonntagnachmittag Werke von Dominikus Böhm.
In der von Architekt Dominikus Böhm geprägten Bonifatius-Kirche im Karlsteiner Ortsteil Großwelzheim sang der Johannes-Brahms-Chor unter der Leitung von Petra Weiß-Lorenz am späten Sonntagnachmittag Werke von Dominikus Böhm.

 

 

Dominikus Böhms Familie hört zu

 

Benefizkonzert: Johannes-Brahms-Chor Karlstein singt Werke des Architekten in Großwelzheimer Bonifatius-Kirche

 

Karlstein-Großwelzheim (10.04.2011)


»Der Chor hat ganz wunderbar gesungen«, diese Feststellung traf am Sonntag nicht irgendein Gast des Benefizkonzerts zugunsten und in der Großwelzheimer Pfarrkirche St. Bonifatius, sondern Prof. Dr. Paul Böhm, Sohn des Architekten Dominikus Böhm, dessen Kompositionen in der von seiner Architektur maßgeblich geprägten Kirche erklangen.

 

Musikalische Kleinode


Der 93-jährige Böhm, mit Ehefrau Roswitha, Tochter Dorothea und Enkeltochter Florentine extra aus München angereist, war genauso wie die 130 Besucher sichtlich ergriffen von dem geistlichen Konzert. Das rüstige Ehepaar, das laut Auskunft der Tochter »sehr mobil« ist, wird nicht oft zu einem Konzert mit Werken des 1955 verstorbenen Dominikus Böhm eingeladen. Dass es sich lohnt, die musikalischen Kleinode des Architekten vor der Vergessenheit zu bewahren, bewies das hochkarätige und ganz besondere Konzert des Johannes-Brahms-Chores unter der sprechenden Leitung von Petra Weiß-Lorenz. Die zuverlässige Klavierbegleitung hatte Jürgen Weiß übernommen.


Da gerieten die übrigen Stücke fast schon ein bisschen zur Nebensache, obwohl das Kyrie aus Gioacchino Rossinis »Messe Solennelle« mit festlich-kontemplativem Duktus gesungen wurde, das »Ave verum corpus« von Camille Saint-Saens mit mächtigen Crescendi auftrumpfte oder die Motette »Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen?« vom Namensgeber des Chores, Johannes Brahms, mit besonderer Sorgfalt und Innigkeit von den 15 Sängerinnen und Sängern vorgetragen wurde.


Im Mittelteil folgten die fünf Stücke, die an diesem Tag im besonderen Fokus standen. Ausgehend von dem als Lied für den Advent oder Weihnachten komponierten »Herr, send herab uns deinen Sohn« folgte ein »Marienlied« (Sopran: Sophia Weiß), »Wie ist die Erde doch so schön« (wunderbares Duett von Sabine Loch und Kathrin Muthorst«, »So ruhig geh ich meinen Pfad« (Solo: Sabine Loch) und »Pange lingua«. Alle Stücke zeichnen sich durch eine klare Schlichtheit und Schönheit aus, die auch viele Jahrzehnte nach dem Entstehungsdatum berührt und begeistert. »Dankeschön für die Musik, die Ihr Vater uns geschenkt hat«, sagte Dirigentin Petra Weiß-Lorenz abschließend zu Professor Böhm.


Sehr gut passten danach als Ausklang des Konzertes Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy (»Denn er hat seinen Engeln befohlen«) und Joseph Rheinberger (sehr stimmungsvolles »Abendlied«). Und sogar das aus dem Rahmen fallende Popstück »All things bright and beautiful« des 1945 geborenen John Rutter trug die andächtig-entspannte Stimmung weiter. Ein »vorösterliches Halleluja« erklang mit dem in gewaltigem Chorklang vorgetragenen »Russischen Lobgesang« von Peter Tschaikowsky. Max Reger, den Dominikus Böhm verehrte, folgte in der Zugabe mit einem »Nachtlied«.


Erneuter Besuch?

Eventuell ist das Ehepaar Böhm bereits am nächsten Sonntag wieder in Karlstein. Dann stellt Autor Michael Pfeifer um 17 Uhr in der ebenfalls von Böhms Architektur geprägten Dettinger Pfarrkirche St. Peter und Paul sein neues Buch »Kosmischer Raum« über die Wandbilder des Expressionisten Reinhold Ewald vor.  

 

Doris Huhn / Quelle: Main-Echo

 

 

»Liebe, Liebe und nochmals Liebe« war das Motto des Konzerts des Johannes-Brahms-Chors Karlstein unter Leitung von Petra Weiß-Lorenz am Sonntag in Großwelzheim. Foto: Doris Huhn
»Liebe, Liebe und nochmals Liebe« war das Motto des Konzerts des Johannes-Brahms-Chors Karlstein unter Leitung von Petra Weiß-Lorenz am Sonntag in Großwelzheim. Foto: Doris Huhn

 

Gesungene Liebeserklärungen

 

 

Neujahrskonzert (2011):

Der Johannes-Brahms-Chor Karlstein präsentiert in der Großwelzheimer Bayernhalle »das schönste Thema der Welt«

 

 

Karlstein-Großwelzheim. Rosafarbene und weiße Luftballons in Herz-Form schwebten über der Bühne der Bayernhalle, das Klavier wurde von einer Rosenkaskade in Rottönen überflutet und zum Einmarsch des Johannes-Brahms-Chors Karlstein ertönte »Je t'aime«.

Ja, die Umsetzung des 15. Neujahrskonzertes unter dem Motto »Liebe, Liebe und nochmals Liebe« rund um das »schönste Thema der Welt« war durchgehend gelungen. Spätestens nach einer halben Stunde schwebte das Publikum auf Wolke sieben und lugte von dort oben durch eine rosarote Brille auf die himmlische Aufführung, die der Chor zum Auftakt des neuen Jahres bescherte.
Unter der Leitung der charismatischen Petra Weiß-Lorenz, unterstützt von ihrem Mann Jürgen am Klavier, gab es an diesem Sonntag wohl keine vergnüglichere und stilvollere Möglichkeit, um in Stimmung zu kommen. Klingende Liebesgefühle und gesungene Liebeserklärungen sorgten 90 Minuten lang dafür, dass sich die Zuhörer wohl fühlten. Dabei verstanden es die 15 Sängerinnen und Sänger, nicht gleich mit Wucht ins Thema einzusteigen, sondern ganz behutsam. Und so gerieten die Gäste ganz unvermittelt nach einem ruhigen Beginn mit dem Renaissance-Werk »Hark, all ye lovely saints« von Thomas Weelkes und fünf grandios vorgetragenen Johannes Brahms-Stücken, wie »Der bucklichte Fiedler« oder dem nur vom Frauenchor zelebrierten »Nein, Geliebter, setze dich« im Handumdrehen in das Netz unwiderstehlicher Melodien. Wenn Petra Weiß-Lorenz nicht gerade ihren Chor voller Leidenschaft und Inspiration leitete, brillierte sie mit ihrer unterhaltsamen Moderation. War das Publikum bereits im schwäbischen Volkslied »Das Lieben bringt groß Freud’« ausdrücklich zum Mitsingen eingeschworen worden, so lautete der Appell der Dirigentin im zweiten Teil mit Operetten-, Musical- und Filmmelodien, »nicht den Trieb zu dämpfen, mitzusingen«.
Zum dahin Schmelzen waren die Stücke aus Carl Zellers Operette »Der Vogelhändler«, bei denen die Solisten Kathrin Muthorst und Daniel Jost (»Schenkt man sich Rosen in Tirol«) sprichwörtlich mit dem Herz auf der Zunge sangen. Wer bis dato noch nicht oder nicht mehr an die Liebe glaubte, wurde hier eines besseren belehrt. Zwar schon über 60 Jahre alt sind die Musicals »Can Can« und »Kiss me Kate«, doch »I love Paris« oder »Were thine that special face« zündeten lichterloh. Starke Soli trugen Sophia Weiß und Stefan Glück bei, anschließend Robin Weiß und »Speak Softly love« aus dem Film »Der Pate«. Stimmlich auf einer Welle sangen Sophia und Robin Weiß ihr Solo bei »Can you feel the love tonight?« aus »König der Löwen«, bevor der absolute Kracher des Programms folgte.
Stefan Glück schlüpfte, auch vom Outfit her, in die Rolle von Roger Cicero und sang mit Verve und energischer Unterstützung des Chors »Zieh’ die Schuh’ aus« und »Frau’n regier’n die Welt«: eine ganz starke Interpretation, die beim Publikum hervorragend ankam.
Am Ende sang Robin Weiß, der seit 15 Jahren bei den Neujahrskonzerten dabei ist und an diesem Tag seinen 18. Geburtstag feierte, das Solo zu seinem Geburtstagsständchen selbst. Nach »All you need is love« von den Beatles ergossen sich aus einem Feuerwerksknaller rote Rosenblätter über die Bühne. Wer sich nur ein klitzekleines Eckchen dieses rosaroten Wohlfühl-Konzertes konserviert hat, kann sicher sein: Alles wird gut in 2011.

Quelle: Main-Echo, Ausgabe vom 18.1.2011, Doris Huhn

 

 

Geistliche Abendmusik, JBC Karlstein

Musikalische Predigt

 

Konzertreihe: Geistliche Abendmusik mit dem Karlsteiner Johannes-Brahms-Chor in der St.-Matthäus-Kirche

 

 

Aschaffenburg. »Machet die Tore weit« und »Wachet auf, ruft uns die Stimme« sind klare Befehle. Die Gäste in der voll besetzten Schweinheimer St.-Matthäus-Kirche nahmen die Botschaft gern an, kam sie doch nicht streng von der Kanzel herab, sondern wurde als »musikalische Predigt« von 16 überwiegend jugendlichen Sängern überbracht.

Konzentriert: der Karlsteiner Johannes-Brahms-Chor mit Dirigentin Petra Weiß-Lorenz in der Schweinheimer St.-Matthäus-Kirche. Foto: Ernst Bäppler

Dem Johannes-Brahms-Chor aus Karlstein gelang im Rahmen der Geistlichen Abendmusiken die Einstimmung in die Adventszeit.

Nicht die gängigen Weihnachtshits hatte Dirigentin Petra Weiß-Lorenz in ihrem musikalischen Reisekoffer mitgebracht, sondern ausgefallenere, aber nicht minder kostbare musikalische Schätze vom Frühbarock bis zur Gegenwart. Verpackt waren diese Gaben in ein stimmlich so klar ausgelotetes wie musikantisch farbenprächtig angelegtes Klanggewand.

Vor allem bei den Variationen der zeitgenössischen Komponisten Ernst Pepping, Hugo Distler und Heinrich Kaminski über alte Weihnachtsweisen wie »Maria durch ein Dornwald ging« oder »Es kommt ein Schiff geladen« gelangen eindrucksvolle Interpretationen: Weil einerseits innerhalb der Mehrstimmigkeit jede einzelne Melodielinie bei absoluter Textverständlichkeit klar herauszuhören war, andererseits die musikalische Struktur niemals zerbröckelte, sondern sich stets zu einem polyphonen Ganzen formte.

Wie ein Laienchor zu einer solchen Präzision des Ausdrucks findet, erklärt sich nicht alleine damit, dass er alle 14 Tage in Großwelzheim zur Probe zusammenkommt. Die am Hanauer Karl-Rehbein-Gymnasium als Musiklehrerin tätige Petra Weiß-Lorenz, die das Ensemble seit der Gründung im Jahr 1992 leitet, hat offenbar ein besonders glückliches Händchen darin, die richtigen musikalischen Begabungen am rechten Ort und zur rechten Zeit zusammenzuführen.

Ehemann Jürgen Weiß am Klavier und Tochter Sophia Weiß am Cello - beide sind ebenfalls Musikpädagogen mit reicher Konzerterfahrung - begleiteten die Chorstücke instrumental. Sie sorgten zudem mit einem tief empfundenen langsamen Satz aus Robert Schumanns Stücken »im Volkston« und Alexander von Zemlinskys hochromantischem Liedsatz für Cello und Klavier für zwei kammermusikalische Kostbarkeiten.

Das Zusammenspiel der beiden machte Appetit auf mehr: Vielleicht geben sie auf der Schweinheimer Höhe auch einmal die klangschöne A-moll-Sonate aus der Feder des Chorpatrons zum Besten. Der durfte im Programmheft natürlich nicht fehlen. So erfreute der Chor mit der Brahms-Motette »O Heiland reiß den Himmel auf« mit seiner kraftvoll ausmusizierten Coda genauso wie mit einem innigen Marienlied Max Regers und Weisen der Jetztzeit, die Stefan Glück (Bariton) und Sophia Weiß (Sopran) Gelegenheit gaben, in solistischen Gesangspartien hervorzutreten.

Weihnachtszauber
Alpenländischer Weihnachtszauber zog in das Kirchenschiff ein, als die acht jungen Frauen des Chors sich zu einem Potpourri von Volksweisen aus den Salzburger und Tiroler Bergen zusammenfanden, welches sie mit dem berühmten »Andachtsjodler« krönten. Der kam fast ein wenig zu hurtig daher und fand zu rasch ein Ende, so überirdisch und traumhaft schön war der Wohlklang.

»Machet die Tore weit« hieß das Motto des Konzerts. Der himmlische Hausherr kam dieser Bitte nach und öffnete einen Spalt seiner Himmelstür, was seinen irdischen Diener Pfarrer Gotthard Münderlein zu Dankesworten verleitete, die nicht passender hätten sein können: »Heute Abend haben wir das Ohr an die Tür des Paradieses halten dürfen.«

 

Ernst Bäppler

Main-Echo vom 01.12.2010 (online-Ausgabe)

 

 

Brahmschor Neujahrskonzert 2010

 

Musik als Medizin

Neujahrskonzert: Johannes-Brahms-Chor Karlstein überzeugt 550 Gäste mit seinem Wien-Programm

 

 

Karlstein-Grosswelzheim.

Zu einem vokal-instrumentalen Ereignis geriet das 14. Neujahrs-konzert des Karlsteiner Johannes-Brahms-Chores unter Leitung von Petra Weiß-Lorenz, das am Sonntag in der mit 550 Gästen ausverkauften Bayernhalle stattfand.

 

In der wienerisch aufgestylten Halle erlebte das Publikum das Programm »Wien, Wien, nur du allein« ohne »Schrammelmusik«, dafür aber mit spritzigen Kompositionen aus der berühmten Strauß-Dynastie.
Verstärkt hatten sich die sieben Sänger und die acht Sängerinnen des Brahms-Chores mit dem Symphonieorchester des Karl-Rehbein-Gymnasiums Hanau, das seit über 30 Jahren unter der Leitung von Jürgen Weiß steht, dem Ehemann der Chorleiterin, der abwechselnd mit ihr auch für eine zuverlässige Klavierbegleitung sorgte.
Der Chor, dessen weibliche Mitglieder wie gewohnt modische Akzente setzten, trat in diesem Jahr von weiblicher Seite aus in schicken Dirndln auf. Dynamisch prickelnd wie Perlen in einem Sektglas überzeugte bereits der Auftakt zum Konzert. Mit Antonio Salieris (1750 bis 1825) »Sanctus« und dem a cappella vorgetragenen Kanon »Viel Glück zum neuen Jahr« von Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827) mit solistischen »Glück«-Rufen lag der Brahms-Chor ebenso auf der sicheren Seite wie mit dem ganz kurzen Appell »Pack die Gelegenheit« des Wieners Augustin Kubizek(1918 bis 2009), der »Mut für 2010 machen« soll, wie Moderatorin Petra Weiß erklärte.
Mindestens ebenso unterhaltsam wie der musikalische Teil waren ihre Texte, die genauso wie das Dirigat ganz im Zeichen ihrer Leidenschaft zur Musik lebten. Eine besondere Empfehlung der Dirigentin, die sich mit weiteren Beispielen durch den Abend zog, galt einem Besuch auf dem Wiener Zentralfriedhof. Das Lieblingsgrab der Chorleiterin ist eindeutig Hugo Wolfs letzte Ruhestätte: »Da fließt man förmlich hin vor Melancholie!«
Ein spezielles Rezept gegen Lebensmüdigkeit empfahl Joseph Haydn (1732 bis 1809) in seinem Stück »Der Greis«, vom Brahms-Chor homogen und glänzend vorgetragen. Musik als Medizin, wie vom Wiener Klassiker vorgeschlagen, wirkte sicher auch im Karlsteiner Neujahrskonzert. Insbesondere wenn die 80 jungen Leute der Karl-Rehbein-Schule auf der Bühne zu einem Walzerklassiker wie »Rosen aus dem Süden« von Johann Strauss Sohn (1825 bis 1899) ansetzten, hüpften Herz und Laune im Dreivierteltakt mit.
Mit ihrer 1993 geborenen Mitschülerin Sylvia Yimeng Hu besitzt das Schul-Orchester eine preisgekrönte Klaviersolistin, mit der es den dritten Satz aus Joseph Haydns Konzert für Klavier und Orchester D-Dur intonierte. Die Elfklässerin scheint für ein Leben als Pianistin wie geschaffen. Mit großer Ausdruckskraft und Leichtigkeit spielte sie eine selbstbewusste Interpretation und gönnte den Zuhörern noch einen solistischen Beethoven-Satz als Zugabe.
Krachen ließ es das Orchester mit den Schnell-Polkas »Unter Donner und Blitz« und »Leichtes Blut«, die jeweils mit musikalischem Salz und Pfeffer gewürzt waren. Da hatte es der 15-köpfige Chor fast ein bisschen schwer, bei diesem »Sound« mitzuhalten. Mit bewusst zurückhaltenden Stücken wie Johannes Brahms’ (1833 bis 1897) »O wie sanft die Quelle« (gesungener Seelen-Balsam nur von den Frauen) oder dem »zum Weinen schönen« (Petra Weiß) »Da unten im Tale« gelang eine deutliche Demonstration der absoluten Stärke des kleinen Chores: die authentische Interpretation von musikalischen Kleinoden.
Zwei Pflichtstücke sorgten in der Bayernhalle für die richtige Stimmung zum traditionellen Sektausklang: Neben »An der schönen blauen Donau« exerzierten Chor, Orchester und das Publikum als Projektchor den »Radetzyk-Marsch«, dessen letzte Zeile lautet: »Marschmusik ist wie `ne Rutschpartie ins Glück!«
Das Neujahrskonzert am 16. Januar 2011 präsentiert zur Abwechslung wieder ein reines Brahms-Chor-Programm und trägt den verheißungsvollen Titel »Sounds of love«.

Doris Huhn

Quelle: Main-Echo

 

 

Sophia Weiß, Cello
Cellistin Sophia Weiß war eine der Solistinnen aus den Reihen des Johannes-Brahms-Chores, die den musikalisch-poetischen Streifzug noch kurzweiliger gestalteten.
Satte Symbiose zwischen Musik und Lyrik
Neujahrskonzert (2009): Karlsteiner Johannes-Brahms-Chor begeistert 450 Gäste mit "Naturtönen" von Komponisten unterschiedlicher Epochen
 
 
Karlstein-Grosswelzheim Die Bühne in der mit 450 Besuchern vollbesetzten Bayernhalle im Karlsteiner Ortsteil Großwelzheim ist mit großformatigen Pflanzenbildern geschmückt. Echter Efeu rankt sich bis zum Fußboden hinunter. Das Solisten-Notenpult wird von einer fleischigen Schlingpflanze umarmt.
Passend zum Motto des 13. Neujahrskonzertes stimmt der Johannes-Brahms-Chor unter Leitung von Petra Weiß-Lorenz seine Gäste bereits optisch ein. "Naturtöne?" erklingen und ein musikalisch-poetischer Streifzug durch die Natur wird versprochen. Klar, dass die Chorleiterin sich für ihr Bühnen-Outfit ebenfalls etwas Passendes ausgedacht hat. Wie eine Waldfee sah sie aus in dem grün-schillernden Gewand, das mit ihren langen roten Haaren kontrastierte.
Das 90-minütige Konzert ist in drei thematische Blöcke aufgeteilt, die auf dem Programmheft wirken, als würden sie den zeitlichen Rahmen sprengen. Doch flott geht es zu, kurzweilig und spritzig, wie es sich für ein Neujahrskonzert gehört. Mit der 1946 geborenen Schauspielerin und Rezitatorin Ursula Illert, einer gebürtigen Groß-Auheimerin, ist eine Frau gefunden, der man stundenlang hätte zuhören können.
Dabei liest sie teilweise von den ausgewählten Gedichten nur eine Strophe, tupft einen überaus passenden lyrischen Akzent zum musikalischen Programm. Die Worte greifen die Stimmung der Musik auf, umgekehrt setzen die Stücke die Poesie in gesungene Bilder um. Vielleicht wären ein paar Sekunden Pause mehr zwischen Musik und Poesie zum Verschnaufen und Genießen sinnvoll. Trotzdem gehen Noten und Worte an diesem späten Sonntagnachmittag eine satte Symbiose ein, bei der das Publikum der Gewinner ist.
"Durch das Jahr?" heißt es zunächst und Michael Praetorius' (1571 bis 1621) "Nach grüner Farb' mein Herz verlangt" trifft bei dem ungemütlichen Winterwetter die Gemütslage vieler Menschen. Stimmungs- und farbengesättigte Gedichte von Ernst Stadlers "Sommer" bis zu Theodor Fontanes "Spätherbst" lässt Ursula Illert wie Traumbilder erstehen.
Die 19 festlich gekleideten Sängerinnen und Sänger des Johannes-Brahms-Chores singen sich unter dem inspirierenden Dirigat von Petra Weiß-Lorenz auf deutsch, englisch und französisch durch die vier Jahreszeiten. Bis zum Zerreißen ist der Spannungsbogen bei Heinz Laus (1925 bis 1975) "Dies ist ein Herbsttag" angezogen. Kristallklar hohe und im Gegensatz dazu wunderbar geerdete Passagen ziehen die Zuhörer in ihren Bann.
Dazu glänzen Solisten aus den eigenen Reihen: Sabine Lochs reiner und kraftvoller Sopran, Alexander Hainz am Klavier oder Sophia Weiß am Cello - von ihrem Vater Jürgen Weiß am Klavier begleitet, der auch bei einigen anderen Stücken den instrumentalen Rücken stärkt. Im Block "Was draußen wächst und blüht" stellt Kathrin Muthorst (Sopran) das zarte "Veilchen" musikalisch vor.
Im dritten Block geht es echt tierisch zu und witzig obendrein. Den elegant auf dem Wasser gleitenden Schwan aus Camille Saint-Saens' (1835 bis 1921) "Karneval der Tiere" lässt Sophia Weiß auf die Bühne gleiten. Bariton Stefan Glück stellt mit fester Stimme das kleinste Tier vor, in Ludwig van Beethovens (1770 bis 1827) "Der Floh", und die Kleinste aus dem Chor, wiederum Sophia Weiß, präsentiert den größten Vierbeiner, den "Elefant" aus dem "Karneval", und lässt dafür den Kontrabass erklingen.
Ursula Illert bringt das Publikum mit Katastrophen um Kartoffelkäfer und Blattläusen zum Lachen. Und der Johannes-Brahms-Chor gackert in Antonius Scandellus' (1517 bis 1580) "Ein Hennlein weiß" um die Wette, als das Federvieh ein Ei legt. Am Schluss ist das Publikum gesättigt mit "Naturtönen" für ein ganzes Jahr. Darauf kann , wer will, mit einem prickelnden Glas Sekt anstoßen.
Doris Huhn
Quelle: Main-Echo
 
 
 

Johannes-Brahms-Chor Karlstein überzeugt mit »Vetter« in der Bayernhalle (13.1.2008)

 

 

Karlstein-Grosswelzheim. Um ein Haar hätte das zwölfte Neujahrskonzert des Johannes-Brahms-Chor Karlstein in der Bayernhalle abgesagt werden müssen. Dirigentin Petra Weiß-Lorenz sprach sogar von einem »Neujahrskonzert voller Katastrophen«. Das gemischte Ensemble, das ohnehin personell am Rande der »King’s Singers« laboriert, hatte bisher Glück. Beim traditionellen Neujahrskonzert war die Mannschaft immer gesund. Doch in diesem Jahr fiel einer nach dem anderen in den Fiebertaumel und am Ende blieben 16 Sängerinnen und Sänger, die einsatzbereit für das Programm unter dem Motto »Im Rausch der Gefühle«.

Ganz so dramatisch, wie die Chorleiterin gramvoll erzählte (»Hören Sie nur mit einem Ohr hin!«), war die Lage zum Glück nicht. Trotz der personellen Hiobsbotschaften stand die verbliebene Mannschaft tapfer ihren Mann, respektive ihre Frau. Der exquisite, glasklare Chorklang, den die rund 400 Gäste in der voll besetzten Bayernhalle seit Gründung des Ensembles im Jahr 1992 gewohnt sind, war nicht gefährdet. Angespornt von dem inspirierenden Dirigat gelang der Start in das Neue Jahr hervorragend. Streckenweise wurde der Chor am Klavier begleitet von Petra Weiß-Lorenz oder ihrem Mann Jürgen Weiß sowie von Schlagzeuger und Enkel Robin Elias Weiß, der wie seine Mutter im Chor mitsang. »Im Rausch der Gefühle« stellte ein wahres Wechselbad der Gefühle dar. Kontrastreicher lässt sich ein Programm fast nicht gestalten. Auf Hugo Distlers melan-cholischem »Ein Stündlein wohl vor Tag« aus dem Mörike-Chorliederbuch op. 19 folgten zwei Beatles-Klassiker, die mit Pfeffer und Schwung in den Stimmen präsentiert wurden.
Durch ein tiefes Tal der Trauer gingen Publikum und Chor mit dem an die Vergänglichkeit erinnernden »Denk es, oh Seele« von Distler, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag hätte begehen können, sich aber im Alter von 34 Jahren das Leben nahm, sowie dem tieftraurigen »The long and winding road«, ebenfalls von Lennon/ McCartney.

Im »Mond-Block« kostete der Chor in poetisch-romantischem Schwelgen Johannes Brahms’ »Verstohlen geht der Mond auf« aus, das smarte und pfiffig vorgetragene Jazzstück »The shadow of your smile« sowie »Moon River« aus »Frühstück bei Tiffany’s« mit sehenswertem getanztem Dirigat. Kurz und knackig vorgetragen überzeugte darüber hinaus das expressive Werk »Der schwarze Mond« des im Dezember verstorbenen Harald Genzmer. »Fürchterlich-schlimme Balladen« von Ernst Pepping und das »Angststück« des Programms, Hugo Distlers »Der Feuerreiter«, folgten und verursachten durch ihre unheimliche Stimmung eine Grusel-Gänsehaut. Von Mord und Totschlag sowie einer Feuersbrunst erzählte der gemischte Chor dramatisch, eindringlich und mit einer wahren Lust an dieser dunklen Seite. Der größte Kontrast folgte am Schluss des 100-minütigen Konzertes. Ein halbstündiges Medley aus Eduard Künnekes modern-spritziger Operette »Der Vetter aus Dingsda« fegte die düstere Stimmung mit dem ersten Stück »Onkel und Tante, ja, das sind Verwandte« weg. Das Werk bedeutete im Jahr 1921 einen Wendepunkt in der Operettengeschichte und »Ich bin nur ein armer Wandergesell« wurde zum Weltschlager.
Mit dem »Vetter« entdeckte der Karlsteiner Johannes-Brahms-Chor mit starken Solisten aus den eigenen Reihen ein ganz neues Genre, das ihm blendend lag. Und das Publikum startete entzückt mit dieser schmissigen und Gute-Laune-Funken sprühenden Interpretation ins neue Jahr. Zwei Zugaben erklatschten sich die Besucher, bevor der Chor unisono »Prosit Neujahr« wünschte und die Sektkorken für den Umtrunk knallten.

Doris Huhn

Quelle: Main-Echo
 

 

 

 

Karlsteiner Johannes-Brahms-Chor singt in der Kälberauer Wallfahrtskirche

Alzenau-Kälberau. Eine ebenso besinnliche wie genussvolle Stunde bescherte der Karlsteiner Johannes-Brahms-Chor am Samstagabend seinem Publikum in der Kälberauer Wallfahrtskirche. Knapp 20 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Petra Weiß-Lorenz und die Cellistin Sophia Weiß spannten einen Bogen vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit.
Pater Ludger Zewe als Hausherr fasste sich in seiner Begrüßung kurz und erklärte sich willens, den meditativen Charakter der dargebotenen Werke für sich selbst sprechen zu lassen. In christlicher Zeit hat die geistliche Musik immer wieder Inspirationen in der Passionszeit gefunden. Lieder vom Leiden Christi gewannen besonders in der Epoche der Romantik, Zeit des Johannes Brahms und musikalische Kraftquelle der Karlsteiner Chorgruppe, an künstlerischer Ausdruckskraft. Brahms Motette »Warum ist das Licht gegeben«, meisterlich und routiniert vorgetragen, wurde denn auch auf gleichsam natürliche Weise zum Angel-punkt des gesamten, 13 Darbietungen umfassenden Programms. Den Titel »Ach klage, wer nur klagen kann« hatte dem Konzert die gleichnamige erzählerische Sequenz aus Telemanns Lukas-Passion gegeben. Das stark akzentuierte, eindringliche Werk diente mit seinem hohen Anspruch gleichsam als Widerlager der Zeitbrücke. Freilich gab es, etwa mit Palestrinas »O crux ave« aus dem 16. Jahrhundert, noch hörbar ältere Beiträge mit in diesem Fall deutlichen gregorianischen Grundzügen.

Gleich zweimal zu Ehren kam die »Geistliche Chormusik« des Heinrich Schütz mit den Motetten »Die mit Tränen säen« und »Verleih uns Frieden gnädiglich«. In die Nähe der Leistungsgrenze führte die Akteure eine Sequenz aus dem Elias-Oratorium von Mendelssohn-Bartholdy: »Wer bis an das Ende beharrt« bot bei aller Kürze Herausforderungen an sämtliche Stimmen. Sehr wirkungsvoll interpretierte der Brahms-Chor in der besonderen, weichen Akustik des Kirchenraums neben Saint-Saëns bekanntem »Ave verum corpus« und der Passion von Ermanno Wolf Ferrari zwei klassische Klageweisen, die bei aller Unterschiedlichkeit doch beide von stimmlicher Ausgewogenheit lebten. Michael Haydns »Tenebrae factae sunt« und Archangelskis »Russischer Klagegesang« setzten die Halbzeit-Zäsur und den Schlusspunkt. Die Cello-Solistin hatte für ihre drei Intermezzi zwei melancholischen Bachsche Sarabanden und den unkonventionellen »Dialogo« des Ungarn György Ligeti gewählt: Zwei Stimmen schienen da zu fragen und vorzutragen, zornige Akzente wurden gezupft.
Der vergleichsweise kleine Rahmen - nur rund 70 Zuhörer hatten den Weg in die Wallfahrtskirche gefunden - verstärkte die ohnehin große spirituelle Intensität des Konzerts. Wenn an der Binsenweisheit etwas Wahres ist und Qualität sich tatsächlich durchsetzt, dürfte es beim nächsten Kälberauer Gastspiel des Brahms-Chores deutlich voller werden.

Oliver Klemt

Quelle: Main-Echo

 

 

 

Neujahrskonzert 2007 in der Bayernhalle mit Hanauer Jazz-Big-Band

 

KARLSTEIN-GROßWELZHEIM. Einiges war anders beim 11. Neujahrskonzert des 15-jährigen Johannes-Brahms-Chors, das am späten Sonntagnachmittag in der Bayernhalle vor rund 450 Gästen stattfand. Mit der Hanauer Jazz-Big-Band war ein starker Partner gefunden worden, mit dem Duke Ellingtons »Sacred Concert« als swingender Höhepunkt aufgeführt werden konnte.

»Wir betreten damit völliges Neuland«, sagte Chorleiterin Petra Weiß-Lorenz. Gewidmet war das Ellington-Werk dem Großwelzheimer Posaunisten Martin Morawe, der vor einem Jahr überraschend gestorben ist. Zwei Männer, die dem Brahms-Chor besonders nahe stehen, pausierten in diesem Jahr. Das war zum einen der namensgebende Komponist, von dem sonst stets einige Stücke erklangen, der diesmal aber nur als Bild zu sehen war. Außerdem konnte sich Jürgen Weiß, Ehemann der Chorleiterin, diesmal entspannt zurücklehnen - er hatte die letzten zehn Jahre als Pianist mitgewirkt.

Eröffnet wurde das Neujahrskonzert in der voll besetzten Bayernhalle mit einem festlichen Renaissance-Doppelchor, Ludovico Casalis »Gaudens Gaudebo«. Die 22 Sängerinnen und Sänger des Chores wurden dabei von zwei Trompetern und zwei Posaunisten der Jazz-Big-Band begleitet und wetteiferten dabei um den glanzvollsten Einsatz.

Drei Stücke von Paul Peuerl, Heinz Lau und Hugo Distler lobten allesamt die Musik. Der Johannes-Brahms-Chor überzeugte mit glasklarem Klang, zum Mitschreiben deutlicher Aussprache und hörbarer Freude in der Stimme. Chorleiterin Petra Weiß-Lorenz motivierte und forderte ihre »Truppe« mit sprechender Gestik und vollem Körpereinsatz, so dass »O Musica« oder »Wer sich die Musik erkiest« zu einem Hörgenuss gerieten. In astreinem Sound empfahl sich danach die 16-köpfige Jazz-Big-Band unter der Leitung von Martin Schwarzmayr, der am Klavier mitwirkte. Sammy Nesticos »Quincy and the Count« wurde durch zahlreiche spielfreudige Soli aufgewertet.

Mit zwei Werken der leisen Töne von C. Hubert Parry entführte der Chor anschließend in die englischsprachige Romantik. Vor allem »Music, when soft voices die« gefiel mit schönem rundem Schluss.

Duke Ellington schuf insgesamt drei »Sacred Concerts«. Anlass war die Einweihung der »Grace Cathedral«. Es gibt dazu keine Partitur, erst im Augenblick der Aufführung fügen sich die Stücke zu einem Ganzen zusammen, erläuterte Petra Weiß-Lorenz. Die acht Teile, aus denen das »Sacred Concert« des Neujahrskonzertes bestand, sind eine Auswahl aus allen drei Konzerten, die von den Dänen John Hoybye und Peder Pedersen arrangiert wurden.

Das Experiment, das hier gewagt wurde, gelang reibungslos und kam beim Publikum so gut an, dass zwischen den Stücken begeistert applaudiert wurde, obwohl der Beifall eigentlich erst am Ende erklingen sollte. Die Zusammenarbeit zwischen dem Johannes-Brahms-Chor und der brillant aufspielenden Big Band bereitete auf und vor der Bühne Spaß. Der blitzblanke Sound mit satten Bläsersätzen und der mitreißende Chorklang vereinigten sich zu einem fulminanten Konzerterlebnis.

Als Gesangssolistinnen meisterten Inken Schwarz und Sophia Weiß ihre schwierigen Parts bravourös. Höhepunkte waren zweifellos die Stücke »Heaven« und »Freedom« sowie das himmelhochjauchzende Finale mit »Praise God and dance«, das als Mini-Zugabe wiederholt wurde. Danach war das Publikum zu einem Glas Sekt eingeladen, um auf das neue Jahr und das gelungene Konzert gebührend anzustoßen.

Doris Huhn

Quelle: Main-Echo