Sonntag, 28.11.10
Adventskonzert in St.Matthäus, Aschaffenburg-Schweinheim
aktualisert 26.06.2010 (RWeiß)
Musik als Medizin
Neujahrskonzert: Johannes-Brahms-Chor Karlstein überzeugt 550 Gäste mit seinem Wien-Programm
Karlstein-Grosswelzheim. Zu einem vokal-instrumentalen Ereignis geriet das 14. Neujahrskonzert des Karlsteiner Johannes-Brahms-Chores unter Leitung von Petra Weiß-Lorenz, das am Sonntag in der mit 550 Gästen ausverkauften Bayernhalle stattfand.
In der wienerisch aufgestylten Halle erlebte das Publikum das Programm »Wien, Wien, nur
du allein« ohne »Schrammelmusik«, dafür aber mit spritzigen Kompositionen aus der berühmten Strauß-Dynastie.
Verstärkt hatten sich die sieben Sänger und die acht Sängerinnen des Brahms-Chores mit dem Symphonieorchester des Karl-Rehbein-Gymnasiums Hanau, das seit über 30 Jahren unter der Leitung von
Jürgen Weiß steht, dem Ehemann der Chorleiterin, der abwechselnd mit ihr auch für eine zuverlässige Klavierbegleitung sorgte.
Der Chor, dessen weibliche Mitglieder wie gewohnt modische Akzente setzten, trat in diesem Jahr von weiblicher Seite aus in schicken Dirndln auf. Dynamisch prickelnd wie Perlen in einem Sektglas
überzeugte bereits der Auftakt zum Konzert. Mit Antonio Salieris (1750 bis 1825) »Sanctus« und dem a cappella vorgetragenen Kanon »Viel Glück zum neuen Jahr« von Ludwig van Beethoven (1770 bis
1827) mit solistischen »Glück«-Rufen lag der Brahms-Chor ebenso auf der sicheren Seite wie mit dem ganz kurzen Appell »Pack die Gelegenheit« des Wieners Augustin Kubizek(1918 bis 2009), der »Mut
für 2010 machen« soll, wie Moderatorin Petra Weiß erklärte.
Mindestens ebenso unterhaltsam wie der musikalische Teil waren ihre Texte, die genauso wie das Dirigat ganz im Zeichen ihrer Leidenschaft zur Musik lebten. Eine besondere Empfehlung der
Dirigentin, die sich mit weiteren Beispielen durch den Abend zog, galt einem Besuch auf dem Wiener Zentralfriedhof. Das Lieblingsgrab der Chorleiterin ist eindeutig Hugo Wolfs letzte Ruhestätte:
»Da fließt man förmlich hin vor Melancholie!«
Ein spezielles Rezept gegen Lebensmüdigkeit empfahl Joseph Haydn (1732 bis 1809) in seinem Stück »Der Greis«, vom Brahms-Chor homogen und glänzend vorgetragen. Musik als Medizin, wie vom Wiener
Klassiker vorgeschlagen, wirkte sicher auch im Karlsteiner Neujahrskonzert. Insbesondere wenn die 80 jungen Leute der Karl-Rehbein-Schule auf der Bühne zu einem Walzerklassiker wie »Rosen aus dem
Süden« von Johann Strauss Sohn (1825 bis 1899) ansetzten, hüpften Herz und Laune im Dreivierteltakt mit.
Mit ihrer 1993 geborenen Mitschülerin Sylvia Yimeng Hu besitzt das Schul-Orchester eine preisgekrönte Klaviersolistin, mit der es den dritten Satz aus Joseph Haydns Konzert für Klavier und
Orchester D-Dur intonierte. Die Elfklässerin scheint für ein Leben als Pianistin wie geschaffen. Mit großer Ausdruckskraft und Leichtigkeit spielte sie eine selbstbewusste Interpretation und
gönnte den Zuhörern noch einen solistischen Beethoven-Satz als Zugabe.
Krachen ließ es das Orchester mit den Schnell-Polkas »Unter Donner und Blitz« und »Leichtes Blut«, die jeweils mit musikalischem Salz und Pfeffer gewürzt waren. Da hatte es der 15-köpfige Chor
fast ein bisschen schwer, bei diesem »Sound« mitzuhalten. Mit bewusst zurückhaltenden Stücken wie Johannes Brahms’ (1833 bis 1897) »O wie sanft die Quelle« (gesungener Seelen-Balsam nur von den
Frauen) oder dem »zum Weinen schönen« (Petra Weiß) »Da unten im Tale« gelang eine deutliche Demonstration der absoluten Stärke des kleinen Chores: die authentische Interpretation von
musikalischen Kleinoden.
Zwei Pflichtstücke sorgten in der Bayernhalle für die richtige Stimmung zum traditionellen Sektausklang: Neben »An der schönen blauen Donau« exerzierten Chor, Orchester und das Publikum als
Projektchor den »Radetzyk-Marsch«, dessen letzte Zeile lautet: »Marschmusik ist wie `ne Rutschpartie ins Glück!«
Das Neujahrskonzert am 16. Januar 2011 präsentiert zur Abwechslung wieder ein reines Brahms-Chor-Programm und trägt den verheißungsvollen Titel »Sounds of love«.
Doris Huhn
Quelle: MainEcho
Cellistin Sophia Weiß war eine der Solistinnen aus den Reihen des Johannes-Brahms-Chores, die den musikalisch-poetischen Streifzug noch kurzweiliger gestalteten.
Johannes-Brahms-Chor Karlstein überzeugt mit »Vetter« in der Bayernhalle (13.1.2008)
Karlstein-Grosswelzheim. Um ein Haar hätte das zwölfte Neujahrskonzert des Johannes-Brahms-Chor Karlstein in der Bayernhalle abgesagt werden müssen. Dirigentin Petra Weiß-Lorenz sprach sogar von einem »Neujahrskonzert voller Katastrophen«. Das gemischte Ensemble, das ohnehin personell am Rande der »King’s Singers« laboriert, hatte bisher Glück. Beim traditionellen Neujahrskonzert war die Mannschaft immer gesund. Doch in diesem Jahr fiel einer nach dem anderen in den Fiebertaumel und am Ende blieben 16 Sängerinnen und Sänger, die einsatzbereit für das Programm unter dem Motto »Im Rausch der Gefühle«.
Ganz so dramatisch, wie die Chorleiterin gramvoll erzählte (»Hören Sie nur mit einem Ohr hin!«), ... weiterlesen
Karlsteiner Johannes-Brahms-Chor singt in der Kälberauer Wallfahrtskirche
Alzenau-Kälberau. Eine ebenso besinnliche wie genussvolle Stunde bescherte der
Karlsteiner Johannes-Brahms-Chor am Samstagabend seinem Publikum in der Kälberauer Wallfahrtskirche. Knapp 20 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Petra Weiß-Lorenz und die Cellistin Sophia
Weiß spannten einen Bogen vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit.
Pater Ludger Zewe als Hausherr fasste sich in seiner Begrüßung kurz und erklärte sich willens, den meditativen Charakter der dargebotenen Werke für sich selbst sprechen zu lassen. In christlicher
Zeit hat die geistliche Musik immer wieder Inspirationen in der Passionszeit gefunden. Lieder vom Leiden Christi gewannen besonders in der Epoche der Romantik, ... weiterlesen
Neujahrskonzert 2007 in der Bayernhalle mit Hanauer Jazz-Big-Band
KARLSTEIN-GROßWELZHEIM. Einiges war anders beim 11. Neujahrskonzert des 15-jährigen Johannes-Brahms-Chors, das am späten Sonntagnachmittag in der Bayernhalle vor rund 450 Gästen stattfand. Mit der Hanauer Jazz-Big-Band war ein starker Partner gefunden worden, mit dem Duke Ellingtons »Sacred Concert« als swingender Höhepunkt aufgeführt werden konnte.
»Wir betreten damit völliges Neuland«, sagte Chorleiterin Petra Weiß-Lorenz. Gewidmet war das Ellington-Werk dem Großwelzheimer Posaunisten Martin Morawe, der vor einem Jahr überraschend gestorben ist. Zwei Männer, die dem Brahms-Chor besonders nahe stehen, pausierten in diesem Jahr. Das war zum einen der namensgebende Komponist, ... weiterlesen